In Hechingen waren es die Vereine, die mit großem Engagement die buntesten und vielseitigsten Fasnetsveranstaltungen ins Leben riefen. Um diese Traditionen zu bündeln, entstand 1877 die Gesellschaft Narrhalla – der Grundstein für das, was sich im Laufe der Jahre zur Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen entwickeln sollte. Heute steht sie als Schirmherrin und Trägerin der Hechinger Fasnet im Mittelpunkt des närrischen Lebens.
Die Narrenzunft bewahrt liebevoll die alten fasnächtlichen Bräuche, schützt das überlieferte Kulturgut und hütet die kunstvoll gestalteten Masken und die prächtigen Häser. So wird die Hechinger Fasnet jedes Jahr aufs Neue lebendig – ein farbenfrohes Fest der Tradition, das Jung und Alt begeistert.
Erste Erwähnung einer Fasnacht in Hechingen: Eine Verfügung vom 6. Januar erlaubte „den jungen Burschen“ in Stadt und Land, während der gesamten Fasnet zu tanzen.
Der Fürst ließ in einer Bürgerversammlung das Verbot verkünden, am Aschermittwoch mit der „Kärrle“ zu fahren oder gar die Fastnacht zu begraben.
Das Tanzen gehörte seit altersher zum festen Bestandteil der Fastnacht.
In diesem Jahr erhielt Ritterwirt Baitz die behördliche Erlaubnis, während der letzten drei Fastnachtstage gegen eine Gebühr Tanzveranstaltungen abzuhalten.
In Hechingen prägten schon früh engagierte Vereine mit ihren bunten und vielfältigen Fasnachtsveranstaltungen das närrische Treiben. Um diese Traditionen zu vereinen, wurde 1877 die Gesellschaft Narrhalla gegründet – der Grundstein der heutigen Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen.
Die Gesellschaft Narrhalla veranstaltete einen imposanten Fastnachtsumzug, der unter dem Motto des russisch-türkischen Krieges stand.
Erschien die erste Narrenzeitung.
Am Fastnachtsdienstag zog ein prächtiger Maskenumzug mit 26 Wagen durch die Straßen.
Die Fastnacht wurde mit glanzvollen Umzügen gefeiert.
Am 7. März veranstaltete die neu gegründete Vereinigung zur Erhaltung alter Hechinger Volkssitten eine großartige Fastnachtsfeier unter dem Motto „Die gute alte Zeit“.
Ein prächtiger Festzug zeigte historisch getreue Gruppen und biedermeierliches Leben.
Auf dem Marktplatz wurde eigens zu diesem Anlass ein neuer Marktbrunnen eingeweiht.
Der bunte Abend des Musikvereins bildete den Höhepunkt der Fastnacht – unter dem Motto „Die Einweihung des Zellerhorns“.
Nach dem Ersten Weltkrieg herrschten Not und Elend. Die Regierung von Stuttgart und Karlsruhe verhängte ein Verbot jeglichen fasnächtlichen Treibens.
Zum 50-jährigen Jubiläum wurde ein Narrenspiel mit Bräuteln, Narrengericht und Pestmännle aufgeführt.
Die Figuren Butz und Pestmännle prägten fortan als älteste Hechinger Narren das Fasnetsgeschehen.
Die Narrhalla Hechingen wurde in den 1924 gegründeten
Gauverband badischer und württembergischer althistorischer Narrenzünfte aufgenommen –
die heutige Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN).
Der Zweite Weltkrieg brachte eine Zwangspause für die Fasnet.
Mit Narrenvater Paul Buckenmaier und Narrenmutter Albert Röcker erwachte die Hechinger Fastnacht zu neuem Leben. Beide prägten über viele Jahre hinweg das närrische Treiben in Hechingen.
Unter Präsident Dieter Weidle feierte man das 85-jährige Jubiläum mit einem großen Narrentreffen.
In dieser Ära entstand auch die Figur des Schalksnarren.
Im selben Jahr erfolgte die Übergabe der ersten Standarte durch Spender Kurt Wolf.
Das 100-jährige Bestehen wurde unter Präsident Adolf Rudolph mit einem großen Landschaftstreffen der Landschaft Neckar-Alb gefeiert.
Nach dem Narrentreffen trat der Präsident zurück; mangels Nachfolge übernahm die Stadt Hechingen vorübergehend die Organisation der wichtigsten Fastnachtsveranstaltungen.
Die Jahrhunderte alte Tradition sollte nicht in Vergessenheit geraten.
Eine engagierte Gruppe Hechinger Bürger – angeführt von Zunftmeister Jochen Schrödter – begann, die Narrenzunft neu aufzubauen.
Die Narrhalla Hechingen bezog ihre neue Zunftstube in der Münzgasse. Der Einzug wurde mit einem großen Festakt gefeiert.
Zum 110-jährigen Jubiläum fand erneut ein großes Landschaftstreffen der Landschaft Neckar–Alb statt.
Dazu wurde ein eigener Jubiläumsorden geschaffen.
Beim Herbstball in der „Grönlandhalle“ wurden die neu gestalteten Häser von Schalksnarr und Butz vorgestellt – beide nun mit handgeschnitzten Holzmasken.
Der Butz erhielt ein aufwendigeres Gewand mit roten Borten und Applikationen, der Schalksnarr ein neu angeordnetes zweifarbiges Karo-Muster. Er trägt einen Spiegel und einen gedrehten Stab mit „Saubloader“.
Zum 120-jährigen Jubiläum fand ein weiteres großes Landschaftstreffen der Landschaft Neckar-Alb statt.
Die Narrhalla Hechingen richtete die Herbstarbeitstagung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) aus.
Zum 125-jährigen Jubiläum wurde eine große Jubiläumsausstellung im Rathaus gezeigt.
Das Landschaftstreffen der Landschaft Neckar-Alb wurde von der Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen erfolgreich organisiert. Zu diesem Anlass wurde eine neue Fahne vorgestellt, auf der alle Figuren der Zunft abgebildet sind.
Die ersten Hinweise auf das närrische Treiben in Hechingen reichen bis ins Jahr 1698 zurück. Schon damals wurde zur Fasnetszeit getanzt und gefeiert.
Zu einer organisierten Fastnacht entwickelte sich das Geschehen jedoch erst im 19. Jahrhundert, als sich engagierte Bürger zur Gesellschaft Narrhalla zusammenschlossen.
Von da an erhielt die Hechinger Fasnet ein Gesicht: bunte Bälle, prächtige Umzüge und sogar eine eigene Narrenzeitung ließen die närrische Tradition zu neuem Leben erwachen und legten den Grundstein für das heutige, lebendige Brauchtum.