Unsere Geschichte        beginnt 1877

In Hechingen waren es die Vereine, die mit großem Engagement die buntesten und vielseitigsten Fasnetsveranstaltungen ins Leben riefen. Um diese Traditionen zu bündeln, entstand 1877 die Gesellschaft Narrhalla – der Grundstein für das, was sich im Laufe der Jahre zur Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen entwickeln sollte. Heute steht sie als Schirmherrin und Trägerin der Hechinger Fasnet im Mittelpunkt des närrischen Lebens.


Die Narrenzunft bewahrt liebevoll die alten fasnächtlichen Bräuche, schützt das überlieferte Kulturgut und hütet die kunstvoll gestalteten Masken und die prächtigen Häser. So wird die Hechinger Fasnet jedes Jahr aufs Neue lebendig – ein farbenfrohes Fest der Tradition, das Jung und Alt begeistert.


1698
 

Erste Erwähnung einer Fasnacht in Hechingen: Eine Verfügung vom 6. Januar erlaubte „den jungen Burschen“ in Stadt und Land, während der gesamten Fasnet zu tanzen.
 


1719
 


Der Fürst ließ in einer Bürgerversammlung das Verbot verkünden, am Aschermittwoch mit der „Kärrle“ zu fahren oder gar die Fastnacht zu begraben.
 


1734
 


Das Tanzen gehörte seit altersher zum festen Bestandteil der Fastnacht.
In diesem Jahr erhielt Ritterwirt Baitz die behördliche Erlaubnis, während der letzten drei Fastnachtstage gegen eine Gebühr Tanzveranstaltungen abzuhalten.

 

1877

 

In Hechingen prägten schon früh engagierte Vereine mit ihren bunten und vielfältigen Fasnachtsveranstaltungen das närrische Treiben. Um diese Traditionen zu vereinen, wurde 1877 die Gesellschaft Narrhalla gegründet – der Grundstein der heutigen Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen.


1878



Die Gesellschaft Narrhalla veranstaltete einen imposanten Fastnachtsumzug, der unter dem Motto des russisch-türkischen Krieges stand.


1880



Erschien die erste Narrenzeitung.


1892



Am Fastnachtsdienstag zog ein prächtiger Maskenumzug mit 26 Wagen durch die Straßen.


1897


Die Fastnacht wurde mit glanzvollen Umzügen gefeiert.


1905


Am 7. März veranstaltete die neu gegründete Vereinigung zur Erhaltung alter Hechinger Volkssitten eine großartige Fastnachtsfeier unter dem Motto „Die gute alte Zeit“.
Ein prächtiger Festzug zeigte historisch getreue Gruppen und biedermeierliches Leben.
Auf dem Marktplatz wurde eigens zu diesem Anlass ein neuer Marktbrunnen eingeweiht.


1909


Der bunte Abend des Musikvereins bildete den Höhepunkt der Fastnacht – unter dem Motto „Die Einweihung des Zellerhorns“.


1920 – 1924


Nach dem Ersten Weltkrieg herrschten Not und Elend. Die Regierung von Stuttgart und Karlsruhe verhängte ein Verbot jeglichen fasnächtlichen Treibens.


1927


Zum 50-jährigen Jubiläum wurde ein Narrenspiel mit Bräuteln, Narrengericht und Pestmännle aufgeführt.
Die Figuren Butz und Pestmännle prägten fortan als älteste Hechinger Narren das Fasnetsgeschehen.


1928


Die Narrhalla Hechingen wurde in den 1924 gegründeten
Gauverband badischer und württembergischer althistorischer Narrenzünfte aufgenommen –
die heutige Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN).


1939 – 1945


Der Zweite Weltkrieg brachte eine Zwangspause für die Fasnet.


1946


Mit Narrenvater Paul Buckenmaier und Narrenmutter Albert Röcker erwachte die Hechinger Fastnacht zu neuem Leben. Beide prägten über viele Jahre hinweg das närrische Treiben in Hechingen.


1962


Unter Präsident Dieter Weidle feierte man das 85-jährige Jubiläum mit einem großen Narrentreffen.
In dieser Ära entstand auch die Figur des Schalksnarren.
Im selben Jahr erfolgte die Übergabe der ersten Standarte durch Spender Kurt Wolf.


1977


Das 100-jährige Bestehen wurde unter Präsident Adolf Rudolph mit einem großen Landschaftstreffen der Landschaft Neckar-Alb gefeiert.
Nach dem Narrentreffen trat der Präsident zurück; mangels Nachfolge übernahm die Stadt Hechingen vorübergehend die Organisation der wichtigsten Fastnachtsveranstaltungen.
Die Jahrhunderte alte Tradition sollte nicht in Vergessenheit geraten.


1979


Eine engagierte Gruppe Hechinger Bürger – angeführt von Zunftmeister Jochen Schrödter – begann, die Narrenzunft neu aufzubauen.


1986


Die Narrhalla Hechingen bezog ihre neue Zunftstube in der Münzgasse. Der Einzug wurde mit einem großen Festakt gefeiert.


1987


Zum 110-jährigen Jubiläum fand erneut ein großes Landschaftstreffen der Landschaft Neckar–Alb statt.
Dazu wurde ein eigener Jubiläumsorden geschaffen.


1990


Beim Herbstball in der „Grönlandhalle“ wurden die neu gestalteten Häser von Schalksnarr und Butz vorgestellt – beide nun mit handgeschnitzten Holzmasken.
Der Butz erhielt ein aufwendigeres Gewand mit roten Borten und Applikationen, der Schalksnarr ein neu angeordnetes zweifarbiges Karo-Muster. Er trägt einen Spiegel und einen gedrehten Stab mit „Saubloader“.


1997


Zum 120-jährigen Jubiläum fand ein weiteres großes Landschaftstreffen der Landschaft Neckar-Alb statt.


2001


Die Narrhalla Hechingen richtete die Herbstarbeitstagung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) aus.


2002–2003


Zum 125-jährigen Jubiläum wurde eine große Jubiläumsausstellung im Rathaus gezeigt.


2007


Das Landschaftstreffen der Landschaft Neckar-Alb wurde von der Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen erfolgreich organisiert. Zu diesem Anlass wurde eine neue Fahne vorgestellt, auf der alle Figuren der Zunft abgebildet sind.

 

 

 

Bunte Bälle, prächtige Umzüge

 

Die ersten Hinweise auf das närrische Treiben in Hechingen reichen bis ins Jahr 1698 zurück. Schon damals wurde zur Fasnetszeit getanzt und gefeiert.
Zu einer organisierten Fastnacht entwickelte sich das Geschehen jedoch erst im 19. Jahrhundert, als sich engagierte Bürger zur Gesellschaft Narrhalla zusammenschlossen.
Von da an erhielt die Hechinger Fasnet ein Gesicht: bunte Bälle, prächtige Umzüge und sogar eine eigene Narrenzeitung ließen die närrische Tradition zu neuem Leben erwachen und legten den Grundstein für das heutige, lebendige Brauchtum.