Furchteinflößende Masken in Gestalt sagenhafter Wesen führen uns zurück in das Spätmittelalter – eine Epoche, die von kriegerischen Auseinandersetzungen, Hungersnöten und den immer wiederkehrenden Pestzügen überschattet war.
Der Überlieferung nach soll ein Zauberer die Pest in ein Erdloch gebannt und dieses mit einem Pfropfen versiegelt haben. Doch ein Übeltäter zog den Pfropfen heraus, und so konnte sich die Seuche erneut ausbreiten. Diesen Unheilsbringer verkörpert das Pestmännle.
Die schwarzen Butzen erscheinen in diesem Spiel als Schergen, deren Aufgabe es ist, das Pestmännle zu ergreifen und vor Gericht zu bringen. Nach gesprochenem Urteil vollzieht der rote Butz die gerechte Strafe am Pestmännle. Aus dieser Sage entstand ein Narrenspiel, das von Karl Widmaier im Jahre 1927 entwickelt wurde und das bis heute am Fasnetsdienstag vor der symbolischen Verbrennung des Pestmännles aufgeführt wird.
Bis 1992 bestand das Butzenhäs lediglich aus einer Haube mit Stoffmaske, einem Oberteil und einem Rock.
Dann wurde das Häs neu gestaltet: Seither umfasst es auch eine geschnitzte Holzmaske, eine Haube, ein Oberteil und eine rockförmig geschnittene Hose. Zudem erhielt der schwarze Butz eine Pritsche als Requisit.
Der Ausdruck Butzen hat seine Wurzeln im süddeutschen Sprachraum und wurde im Volksmund auch als „Bursche“ oder „Gestalt“ verwendet und lebt bis heute in der Schreckfigur des „Butzemanns“ fort. Im Fasnetsbrauchtum verbinden sich diese Bedeutungen: Der Butz ist sowohl eine furchteinflößende Schreckgestalt als auch eine verkörperte Narrengestalt.